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Nützlinge im Vorratschutz

Lebensmittelmotten (Dörrobst-, Mehl-, Getreidemotte)

Plodia interpunctella, Ephestia spec.

Lebensmittelmotte (© D. Boom)
Mottenlarve - gut getarnt im Müsli (© D. Boom)
Dörrobstmotte (Plodia interpunctellea) (© shutterstock)

Lebensmittelmotten (Dörrobstmotte, Speichermotte, Mehlmotte sowie Getreidemotte) sind weit verbreitete Schädlinge an Getreideprodukten, Gewürzen, Tees, Nudeln, Schokoladen, aber auch in Trockenfutter für Haustiere. Hier können sich die Larven optimal entwickeln.

Ein Befall durch Lebensmittelmotten ist nicht nur unappetitlich, sondern gesundheitsgefährdend: durch die Fraßtätigkeit der Larven und deren Ausscheidungsprodukte werden die Lebensmittel verdorben (der Verzehr von befallenen Lebensmitteln kann zu allergischen Reaktionen, Schleimhautreizungen und Darmerkrankungen führen). Auf den Kotresten siedeln sich zudem Milben und verschiedene Pilze an. Befallene Lebensmittel müssen deshalb entsorgt werden.

Die am häufigsten vorkommende Motte ist die Dörrobstmotte
(Plodia interpunctella), auch Lebensmittelmotte genannt.

Aussehen:
Die Falter sind sehr leicht an der markanten Flügelfärbung zu erkennen (auf den Vorderflügeln bronzefarbene Binden auf silberfarbenem Grund), Größe ca. 1 bis 1,5 cm. Die Larven sind gelblich-weiß gefärbt und werden bis 1,5 cm groß.

Lebensweise:
Die weiblichen Falter legen ihre Eier (bis zu 200 Eier/Weibchen) an oder in direkter Nähe zu Lebensmitteln ab. Schon kurze Zeit später schlüpfen die kleinen Larven und beginnen sofort mit dem Fraß. Anschließend wandern die Larven umher und suchen nach einen geeigneten Versteck, um sich zu verpuppen. Bei normalen Zimmertemperaturen beginnt die Verpuppung etwa 4 Wochen nach dem Schlupf. Nach weiteren 10 Tagen schlüpft die nächste Generation der Falter, legt wieder Eier ab und der Kreislauf beginnt von neuen.
Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sollten ein paar einfache Grundregeln beachtet werden:

Häufigster Grund für einen Mottenbefall ist die falsche Aufbewahrung und Überlagerung von Lebensmitteln. Oft gelangen die Schädlinge auch mit dem Einkauf ins Haus. Vor dem Einkauf bzw. spätestens vor dem Einlagern im Haus, Lebensmittel auf einen Befall hin kontrollieren (ein Befall ist erkennbar an den versponnenen Kotkrümmeln, Spinnfäden oder Fraßschäden an der Verpackung). Lagerung nur in dichtschließenden Gläsern oder Vorratsbehältern. Verpackungen
aus Folie oder Papier bieten keinen Schutz.
Keine zu große Mengen einlagern. Je länger Lebensmittel lagern, desto größer ist die Gefahr eines Befalls. Nüsse, Rosinen und andere Backzutaten, die gewöhnlich sehr lange gelagert werden, öfters auf Befall kontrollieren.
Vorräte immer trocken und nach Möglichkeit kühl lagern.
Gerade Einbauküchen bieten viele versteckte Schlupfwinkel für die Motten. Die Schränke sollten deshalb mind. 2x im Jahr gereinigt und ausgesaugt werden. Ritzen können auch mit Heißluft (Föhn) behandelt werden.
Pheromonfallen dienen allein der Kontrolle und sind kein effektives Bekämpfungsmittel. Es werden nur Männchen gefangen, die Weibchen legen weiterhin Eier ab.
Im Haus sollten grundsätzlich keine chemischen Insektizide angewendet werden, da diese auch auf den Menschen wirken. Helfen alle diese Maßnahmen nicht, dann sollten Schlupfwespen gegen die Lebensmittelmotten eingesetzt werden. Die winzig kleinen Schlupfwespen (kleiner als 0,5 mm) sind in der Lage. die Motten effektiv, umweltfreundlich, diskret und nachhaltig zu bekämpfen.